FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Robuste Aminosäureanalytik
Die Aminosäureanalytik ist in vielen Anwendungsgebieten ein wichtiges Instrument, ob in der klinischen Diagnostik, Pharmazie, Lebensmittelanalyse oder in der laborgestützten Forschung. Dabei ist entscheidend, dass sich Aminosäuren präzise bestimmen und selbst in kleinsten Mengen nachweisen lassen. Genau hier liegt oftmals die größte Herausforderung. Hinzu kommen regulatorische Bestimmungen und der Anspruch, dass die verwendete Technik möglichst robust und wartungsarm sein soll. Im Folgenden erläutert Dr. Thorsten Heinlein, Area Sales Manager - EMEA & Marketing, beim Hersteller für Laborausstattung membraPure, wie moderne Aminosäureanalysatoren dieses Spannungsfeld auflösen.
membraPure GmbH
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Aminosäuren kommen in allen bekannten Lebewesen vor, entdeckt wurden sie vor gut 200 Jahren. Die erste Aminosäure, das Asparagin, wurde 1805 erstmals in einem Pariser Labor aus Spargelsaft isoliert, in den folgenden Jahren wurden andernorts weitere Aminosäuren isoliert und ihre Struktur aufgeklärt. Die Aminosäureanalytik entwickelte sich jedoch erst deutlich später: Die ersten chromatographischen Trennungen von Aminosäuregemischen fallen in die 1940er-Jahre und gehen auf Arbeiten der Biochemiker Richard Synge und Archer Martin zurück. Die US-amerikanischen Biochemiker William Howard Stein und Stanford Moore arbeiteten in den 1940er- und 1950er-Jahren an der Entwicklung eines Aminosäureanalysators, die ersten Geräte wurden ab 1958 durch Beckman Instruments vertrieben. Die beiden Wissenschaftler wurden 1972 „für ihren Beitrag zum Verständnis der Verbindung von chemischer Struktur und katalytischer Aktivität des aktiven Zentrums des Enzyms Ribonuklease“ sogar mit dem Nobelpreis geehrt.
Aminosäureanalysatoren sind robust und wartungsarm
Inzwischen ist die Aminosäureanalytik fester Bestandteil in diversen Anwendungsgebieten. Sie ist unentbehrlich, um Komponenten zu verstehen, Produkte zu optimieren, Sicherheit zu gewährleisten und Produktfälschung zu verhindern. Die Aminosäureanalysatoren, die auf die Forschungen von Stein und Moore zurückgehen, werden heute jedoch mitunter als aussterbende Art abgetan – zu Unrecht. Denn für die Aminosäureanalytik bieten sie gegenüber den anderen dafür in Frage kommenden Systemen unschlagbare Vorteile.
Denn Aminosäureanalysatoren sind äußerst robuste und störunanfällige Systeme. Die zu untersuchenden Proben müssen zwar wie bei allen anderen Messmethoden aufbereitet werden, aber in deutlich geringerem Umfang und mit weniger Aufwand, als dies bei anderen Methoden – zum Beispiel LC-MS/MS oder HPLC – notwendig wäre. Die Analysatoren können selbst hohe Salzkonzentrationen, wie sie beispielsweise in Tierfuttermittel vorkommen, abdecken, die Technik leidet darunter nicht und liefert genaue Ergebnisse. Die Systeme werden als sehr wartungsarm geführt und weisen sehr oft einen sehr geringen Verbrauch an Eluenten auf. Manche Systeme haben auf langlebige LED-Photometer umgestellt, so dass der Austausch von Quarz-Lampen entfällt. Manche Anbieter haben Ihre Rezepturen der Eluenten angepasst, so dass das giftige Phenol als Additiv nicht mehr verwendet werden muss.
Dass sie im Grunde „unkaputtbar“ sind, hebt sie deutlich von den vergleichbaren Systemen Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (LC-MS/MS) und Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) ab und macht sie zu einer effizienten Alternative. Zwar sind LC-MS/MS und HPLC die moderneren Systeme für die Aminosäureanalytik, sie sind aber in der Anschaffung und im Betrieb über die Zeit kostenintensiver. Auch zeichnen sich diese Systeme in Ihrer Benutzerfreundlichkeit aus, so dass die Einarbeitung neuer Nutzer schnell und unkompliziert zu realisieren ist. Außerdem werden die Aminosäureanalysatoren immer noch als Bestätigung der Ergebnisse für die LCMS/MS eingesetzt, da dies nach wie vor der Goldstandard für die Aminosäureanalytik ist.


Dr. Thorsten Heinlein
Area Sales Manager - EMEA & Marketing
membraPure GmbH


