AUS DEN UNTERNEHMEN

Livevorführungen zur Kontaminationskontrolle
Annex 1 im Fokus: Pharmatechnik geht auf Europatour
Die Anforderungen des EU GMP Annex 1 beschäftigen weiterhin zahlreiche Hersteller steriler Arzneimittel. Besonders die Kontaminationskontrolle, automatisierte Überwachungsverfahren und die technische Umsetzung regulatorischer Vorgaben stellen Betreiber pharmazeutischer Produktionsanlagen vor Herausforderungen. Syntegon hat deshalb eine europaweite Informationstour gestartet, bei der ausgewählte Technologien und praktische Lösungsansätze direkt an den Kundenstandorten vorgestellt werden.
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Syntegon
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Seit Ende September 2026 ist ein speziell ausgestatteter Truck unterwegs, der bis April 2027 verschiedene Standorte in Europa besucht. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit Fachleuten aus Engineering und Service sowie praktische Vorführungen von Technologien für die aseptische Produktion. Dazu gehören Lösungen zur Sicherstellung der Erstluft, ein automatisierter Wechsel von Sedimentationsplatten für das Reinraummonitoring, ein integriertes Handschuhprüfgerät sowie eine Vorrichtung für Filterintegritätstests vor der Verwendung. Auch automatisierte Rüstwerkzeuge werden präsentiert.
Ziel der Initiative ist es, pharmazeutische Hersteller und Biotechnologieunternehmen bei der Bewertung und Umsetzung der Anforderungen des Annex 1 zu unterstützen. Neben technischen Fragen sollen dabei auch Möglichkeiten zur Modernisierung bestehender Anlagen und zur Verbesserung betrieblicher Abläufe diskutiert werden. Die Vorführungen bieten den beteiligten Unternehmen Gelegenheit, konkrete Herausforderungen aus ihrem Produktionsalltag mit den Fachleuten zu besprechen.
Digitale Rückverfolgbarkeit trifft auf Versorgung vor Ort
Bioprocessing-Zentrum für Biologika-Fertigung

Merck
Merck hat in Daejeon, Südkorea, ein Bioprocessing-Produktionszentrum für den asiatisch-pazifischen Raum eröffnet. Die Investition beläuft sich auf mehr als 300 Millionen Euro. Der 44.500 Quadratmeter große Standort erweitert die regionalen Fertigungskapazitäten für kritische Materialien und Lösungen, die bei der Entwicklung und Herstellung biologischer Arzneimittel eingesetzt werden. Ziel ist ein schnellerer Zugang für biopharmazeutische Hersteller im gesamten asiatisch-pazifischen Raum.
Von Daejeon aus liefert Merck Bioprocessing-Produkte für Anwendungen von der frühen Prozessentwicklung bis zur Herstellung im kommerziellen Maßstab. Genannt werden Zellkulturmedien in Trockenpulver- und Flüssigform, einschließlich kundenspezifischer Pre-GMP-Produkte im kleinen Maßstab über imMEDIAte ADVANTAGE, Prozessflüssigkeiten und gebrauchsfertige Lösungen für die Cleaning-in-Place-Reinigung sowie sterile Einweg-Probenahmelösungen auf Basis des NovaSeptum® Sterile Sampling Systems. Für Zellkulturmedien und Prozessflüssigkeiten verwendet Merck Rohstoffe ohne tierische Bestandteile; die Herstellung erfolgt nach weltweit einheitlichen Qualitätsstandards.
„Ein verlässlicher Zugang zu kritischen Materialien ist in jeder Phase der Biologika-Herstellung entscheidend“, sagte Jean-Charles Wirth, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Life Science. „Daejeon bringt fortschrittliche Produktion näher an die Biopharma-Hersteller im asiatisch-pazifischen Raum und stärkt die Versorgungssicherheit beim Übergang von der Entwicklung zur kommerziellen Produktion. Das Zentrum schafft die regionalen Kapazitäten, die Kunden benötigen, und liefert die Qualität und Konsistenz, die sie von Merck erwarten.“ Das integrierte digitale Ökosystem des Zentrums unterstützt nach Unternehmensangaben die automatisierte Datenerfassung und die durchgängige Rückverfolgbarkeit von Chargen. Damit zielt der Standort auf mehr Prozesstransparenz sowie Unterstützung von Qualitätsmanagement und Einhaltung regulatorischer Vorgaben.
Die Anlage ist darauf ausgelegt, vor Ort auf fossile Brennstoffe zu verzichten und die Energie- und Wassereffizienz zu verbessern. Genannt werden Solarenergie, ein Wärmepumpensystem, Energierückgewinnung in den Lüftungsanlagen und die Wiederverwendung von Regenwasser. Das Zentrum ist zudem ein Baustein der „In-Region-for-Region“-Strategie von Merck und knüpft an Investitionen im globalen Netzwerk an, darunter die Arzneimittelprodukt-Prüfung von BioReliance® in Darmstadt sowie die Filtrationsfertigung in Blarney, Irland.
Richtfest als Taktgeber für Verlagerung und Kapazitätsausbau
Produktionsstandort für Pharmafertigung

Sanner
Die Sanner Gruppe feierte am 19. Oktober 2023 in Bensheim Richtfest für ihren neuen Hauptsitz sowie Produktions- und Entwicklungsstandort gefeiert. Das Bauprojekt liegt seit dem Spatenstich am 21. Januar 2023 im Zeitplan. Ab September 2024 ist die Verlagerung der Fertigung in die Produktionsstätte vorgesehen; für den kompletten Umzug arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben eng mit Kunden zusammen, mit dem Ziel der Umsetzung bis Anfang 2025.
Geplant und betreut wird das Bauvorhaben von der Goldbeck GmbH. Die Finanzierung übernimmt die Deutsche Anlagen-Leasing (DAL). Mit dem Projekt sollen die bestehenden Produktionskapazitäten von Sanner in Deutschland nachhaltig verdoppelt werden. Der Standort umfasst 30.000 Quadratmeter und ist mit einer flexiblen Spritzguss- und Montagehalle für die Fertigung von Verpackungen sowie für CDMO-Leistungen (Contract Development and Manufacturing Organization) in der Medizintechnik ausgelegt.
Für die Produktion nennt Sanner ein automatisiertes zentrales Materialversorgungssystem zur Maschinenbeladung. Vorgesehen sind zudem elektrostatisch entladene (ESD) Böden für die Montage von Devices mit elektronischen Komponenten sowie Reinräume der Klasse 7. Mit einem neuen Lager verdoppelt das Unternehmen die aktuelle Lagerkapazität; zusätzlich ist die Installation eines vollautomatischen Lagerverwaltungssystems angekündigt. Am Standort entsteht außerdem ein 300 Quadratmeter großes Technologie- und Innovationszentrum („Sanner Technikum“) zur Entwicklung kundenspezifischer Lösungen und Prototypen. Zur Energietechnik und Gebäudeauslegung gehören Photovoltaikanlagen auf dem Produktionsdach, energieeffiziente Wärmepumpen, Windturbinen für Außenbeleuchtung sowie Ladestationen für Elektrofahrräder und Elektroautos, zeitgemäße Isolationssysteme und der Einsatz hochmoderner Maschinen. Darüber hinaus werden Bäume und ein begrüntes Dach als Elemente der Geländegestaltung genannt.
Dr. Hans-Willem van Vliet, CEO der Sanner Gruppe, sagt: „Dieser Tag ist ein großer Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens“. Der Standort in Bensheim ist Teil eines Expansionsplans, der auch ein zweites Werk in Kunshan, China, umfasst. Sanner nennt als strategische Ziele unter anderem die Herstellung von Trockenmittelverpackungen für Pharmazeutika und Nahrungsergänzungsmittel sowie das Angebot von CDMO-Dienstleistungen für die Medizintechnik; außerdem verfolgt das Unternehmen die Entwicklung und Produktion von Medikamentenverabreichungssystemen sowie Diagnostik und MedTech Devices für Kunden weltweit.


