PROZESSAUTOMATISIERUNG & DIGITALISIERUNG

 Digitalisierung der präanalytischen Labor-Phasen 

Datenlücke zwischen Blutentnahme und Laboranalyse schließen

Klinische Labore sind sich der Schwachstellen in der präanalytischen Phase der Probenbearbeitung, in der die überwiegende Mehrheit der Fehler auftritt, sehr wohl bewusst, haben jedoch keine oder nur eine geringe Kontrolle über diesen Teil des Prozesses. In europäischen und nordamerikanischen Krankenhäusern kostet ein einzelner präanalytischer Fehler im Durchschnitt 200 €, wobei die geschätzten Kosten aufgrund solcher Fehler etwa 0,7 Prozent aller Betriebskosten ausmachen.

Bis zu 75 Prozent aller Fehler in der präanalytischen Phase finden außerhalb des Labors statt. Beckman Coulter, ein Anbieter auf dem Gebiet der klinischen Diagnostik, kündigt eine neue Partnerschaft mit dem in Deutschland ansässigen Unternehmen Smart4Diagnostics an, um genau diese Datenlücke zwischen der Blutentnahme und der Laboranalyse zu schließen. Hierbei sollen Fehler zurückverfolgt werden, die vor dem Eintreffen der Probe im Labor auftreten, wie zum Beispiel der Probenverlust oder Fehler bei der Probenentnahme, der Patientenidentifikation, der Handhabung oder dem Transport.

„Beckman Coulter automatisiert und digitalisiert medizinische Labore weltweit seit über 40 Jahren und widmet sich nun der Digitalisierung des außerhalb des Labors stattfindenden Teils der präanalytischen Phase. Dank der Partnerschaft mit Smart4Diagnostics kann Beckman Coulter nicht nur das Geschehen im Labor, sondern den gesamten Probenprozess überwachen und so die bestehende Lücke zwischen der Probenentnahme und den klinischen Laboren schließen“, so Tom Coulson, EU-Senior Manager für Workflow- und IT-Lösungen.

Die Anforderung neuer Patientenproben aufgrund präanalytischer Fehler kann zu Unannehmlichkeiten, einem Vertrauensverlust und vor allem zu einer verzögerten Behandlung der Patienten führen. Wohingegen für Labore diese Fehler eine zusätzliche Arbeit, höhere Betriebskosten und eine geringere Produktivität bedeuten. Smart4Diagnostics hat ein datengesteuertes präanalytisches Arbeitsumfeld entwickelt, das von der Anforderung bis zum Eintreffen der Proben alle relevanten Datenpunkte, um den Probenfluss und die Probenbedingungen lückenlos überwacht. Auf diese Weise ist es in der Lage, präanalytische Fehler in Echtzeit zu reduzieren und gleichzeitig den präanalytischen Arbeitsablauf und die Behandlungsqualität zu verbessern.

Laut Dr. Hans Maria Heyn, CEO und Mitbegründer von Smart4Diagnostics „basieren nicht weniger als drei von vier medizinischen Entscheidungen auf diagnostischen Ergebnissen – häufig Blutproben. Derzeit wird der erste Teil dieses Prozesses manuell gesteuert, was zu Fehlern und Problemen führen kann, einschließlich einer langsamen Diagnosestellung, wiederholter Patiententests und verschwendeter Ressourcen. Unsere Partnerschaft mit Beckman Coulter zielt darauf ab, diesen wichtigen, jedoch unterentwickelten Bereich der Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen zu revolutionieren, um Innovationen dort einzuführen, wo sie unmittelbare und wesentliche Auswirkungen haben können.